Leipzig Grünau - 30 Jahre Grünau - Historisches: Der Stadtteil Grünau
Das Neubaugebiet Grünau erstreckt sich mit einer Länge von etwa 3,6 km und einer Breite von 2,5 km beiderseits
der Lützner Straße zwischen der ehemaligen Stadtrandzone Lindenau und dem Naherholungsgebiet Kulkwitzer See,
und die östliche Grenze des Neubaugebietes, die durch die Brnoer Straße gebildet wird, liegt 5km vom
Leipziger Marktplatz entfernt. Das Neubaugebiet Grünau ist einmalig in der Geschichte der Stadt Leipzig
und unterscheidet sich von früheren Leipziger Neubaugebieten nicht allein durch seine Größe.
Verfolgt man die geschichtliche Entwicklung der Leipziger Stadtteile, so ist festzustellen, dass schon
zu Beginn unseres Jahrhunderts und zwischen den beiden Weltkriegen, aber besonders nach 1945 größere,
zusammenhängende und nach einheitlichem Bauplan entworfene städtische und genossenschaftliche
Neubaugebiete mit typisierten Architekturformen entstanden sind. Diese waren aber in ihrer Größe
ausschließlich auf die noch zur Verfügung stehenden Fluren einzelner Leipziger Stadtteile wie z.B.
Möckern, Großzschocher oder Schönefeld begrenzt und wurden damit zum integrierten Bestandteil
jeweils auch nur eines Stadtteiles, der sich über Jahrzehnte aus einem eigenständigen dörflichen
Vorort mit altem Ortskern entwickelt hatte.
Davon abweichend erstreckt sich das Neubaugebiet Grünau über die Fluren der beiden Leipziger
Stadtteile Kleinzschocher und Schönau und der zwei Landgemeinden Miltitz (Ortsteil Großmiltitz)
und Lausen. Damit lässt sich das Neubaugebiet Grünau, obgleich der bescheidene Rest der alten
Ortslage Schönau im Bereich der Garskestraße darin eine relativ zentrale Lage einnimmt, nicht
nur einem Dorfkern zuordnen. Die Orte Miltitz und Lausen tangieren nur den Westrand von Grünau,
und der alte Dorfkern Kleinzschocher liegt weitab östlich im Bereich der Windorfer Straße.
Diesen Sachverhalt berücksichtigend scheint für den neuen Stadtteil die überregionale
Ortsbezeichnung "Grünau" recht sinnvoll gewählt zu sein. Der Name geht zurück auf die am
Südrand des Neubaugebietes gelegene Eigenheimsiedlung. Einen Dorfkern Grünau wird man daher
vergeblich suchen. Um die verwaltungsmäßige Einheit des Neubaugebietes zu wahren, wurden im
Dezember 1979, allerdings ohne feierlichen Akt, von der Flur Miltitz 163,76 ha und von der
Flur Lausen 70,83 ha nach Leipzig eingemeindet. Das war seit den am 1.April 1936 erfolgten
Einverleibungen von Knauthain und der Lauer die erste Eingemeindung nach 1945, wodurch sich
die Leipziger Stadtflur auf 14.366,36 ha vergrößerte. Außerdem wurde durch Beschluss der
Leipziger Stadtverordnetenversammlung vom 1.September 1977 die Grenze zwischen den
Stadtbezirken Leipzig-West und Leipzig - Südwest im Gebiet zwischen Plagwitzer Bahnhof und
Schönauer Straße von der Alten Salzstraße nach Süden an die verlängerte Antonienstraße, Brnoer
Straße, Gärtnerstraße und westlich der Schönauer Straße an der Lausener Weg verlegt. Der
neue Stadtteil Grünau gehört damit einheitlich zum Stadtbezirk West, und im Verwaltungsgebäude
zwischen Schönauer Straße und der Straße der Solidarität hat dessen Ratsbereich Grünau sein
Domizil.
Die alten Flurgrenzen und die ehemaligen und jetzigen Verläufe von Stadt- und
Stadtbezirksgrenze sowie die Lage der alten Ortskerne sind in der obigen Karte
dargestellt. Daraus ist auch ersichtlich, dass die Flurgrenze zwischen Kleinzschocher und
Schönau entlang der Alten Salzstraße verlief, und dass auch das Gebiet östlich der Brnoer
Straße noch zur Flur Schönau zählt. Am Westrand der Kirschbergsiedlung treffen Fluren von
Lausen, Miltitz und Schönau zusammen, und die große "Grenzlinde" mitten auf der Alten
Salzstraße erinnert noch heute daran.
• siehe dazu auch den Artikel "Historisches - Wie Grünau zu seinem Namen kam" und
Übersicht 30 Jahre Leipzig-Grünau - Ein Rückblick auf die letzten Jahre
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