Grünauer fordern Abriss-Stopp
In Grünau hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die einen "sofortigen Abriss-Stopp in ganz Grünau, insbesondere
im Wohnkomplex 8" fordert. Zu den Erstunterzeichnern einer entsprechenden Unterschriftensammlung gehören die
Stadträte Karl-Heinz Obser (DSU) und Ilse Lauter (Linkspartei), die Landtagsabgeordneten Margit Weihnert (SPD) und
Dietmar Pellmann (Linkspartei), etliche Grünauer Gewerbetreibende, Ärzte sowie Betreiber sozialer und kultureller
Einrichtungen wie die Arbeiterwohlfahrt oder das Komm-Haus.
"Wir fordern einen überarbeiteten Stadtentwicklungsplan und dessen Beschlussfassung durch den Leipziger Stadtrat,
sowie eine andere Kreditpolitik der Sächsischen Aufbaubank", heißt es in dem Aufruf weiter. Bis dahin dürften
keine Abrisse mehr stattfinden. Im Wohnkomplex 8 werde mit dem Vorhaben der Baugenossenschaft Leipzig, mehr
als 500 Wohnungen abzureißen, massiv in einen noch funktionierenden Wohnkomplex eingegriffen, kritisieren
die Unterzeichner. Solche Pläne würden privat geschaffene Arbeitsplätze und Investitionen vernichten. "Zudem
werden bezahlbare Zwei-Raum-Wohnungen zerstört, die in Grünau kaum noch am Markt befindlich sind."
Die Unterschriftenlisten werden unter anderem im Komm-Haus, im Reisebüro in der Selliner Passage, im Ärztehaus
und der Bärenapotheke ausgelegt.
Anmerkung der Redaktion: Die Unterschriftslisten liegen im Wk 8.3. auch wie folgt aus:
Ärztehaus Pfaffensteinstraße: Allgemeinärzte Dr. Mann, Dr. Brunner, HNO Dr. Drechsel, Physiotherapie
Jaretzky, Gynäkologie Dr. Pittner
Praxis Dr. Born - Med. Zentrum Lausen, Ahorn -Apotheke Med. Zentrum Lausen, Blumen- Lang - Lausen, Friseur Schmitt
Passage An der Kotsche, Bistro An der Kotsche, Bibliothek Grünau - Süd An der Kotsche, Presse- und Tabakshop
Holtappels in der Rewe-Kaufhalle An der Kotsche, Cafe Feiste, Bastel-Beyer.
Intakte Wohnungen werden vernichtet - Leserbrief zum Wohnungsleerstand in Grünau
Offensichtlich verfolgt man in der Stadtverwaltung insgeheim seit Jahren und nun auch offiziell den Plan,
Grünau zu großen Teilen zu schleifen und dann vielleicht als Standort für den Eigenheimbau auszuweisen.
Wir leben gern in Grünau. Nirgends in LE gibt es so viel Freiraum für die Bewohner, für Menschen mit
Kindern, mit Hunden, für Spaziergänger, Radfahrer, Jogger. Noch stimmt hier die Infrastruktur einigermaßen.
Doch täglich wird in Gewachsenes durch rücksichtslosen Abriss eingegriffen. Dabei werden völlig intakte
Wohnungen und Ladenstraßen planlos vernichtet, die Bewohner zum Auszug gezwungen. Kaufkraft und menschliche
Begegnung sollen auf Einkaufscenter beziehungsweise die Innenstadt konzentriert werden.
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