SPD und PDS fordern klares Perspektivkonzept zu Grünau
Klares Bekenntnis zu intakten Quartieren
Der Grünauer SPD-Ortsverein fordert im Rahmen der Diskussion um die Stadtentwicklung in Grünau mehr Rücksichtnahme
auf die Mieter der betroffenen Viertel. »Die Idee, den Bewohnern der Wohnkomplexe 1 bis 4 und 5.2 langfristige
Sicherheit zu geben ist zu begrüßen, jedoch nicht, dass dies mit größer werdender Verunsicherung der Bewohner und
Gewerbetreibenden in den WK 5.1, 7 und 8 erkauft wird«, sagte dazu Ortsvereinsvorsitzender und Stadtrat Jürgen
Wesser. »Wir erwarten sowohl von der Stadtverwaltung und den Kollegen im Stadtrat, als auch von den
Wohnungseigentümern das klare Bekenntnis, intakte Wohnquartiere zu erhalten, gerade im Stadtumbaugürtel.
Ansonsten sind es die stadtplanerischen Maßnahmen selber, welche die Prognosen aus der "Stadtumbaustrategie
Grünau 2020" zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung machen.
« Nach Ansicht der Grünauer SPD, zeigen die »Prognosen« zum Einwohnerrückgang was passiert, wenn Stadt, Land
und einige Wohnungseigentümer so weitermachen, wir bisher. »Den Wohnkomplexen 5.1, 7 und 8 nur die Aussicht auf
Grünflächen zu geben und von Investitionen auszunehmen ist nicht der richtige Weg«, meinte dazu die Landtagsabgeordnete
Margit Weihnert und ergänzt: »Hier zeigt sich, wie wichtig unsere Gespräche mit dem Sächsischen Innenministerium waren,
die Stadtumbaumittel auch für Aufwertung- und Umbaumaßnahmen einzusetzen und nicht ausschließlich Abrisse zu fördern.«
»Leider schafft es das Thema "Abriss in Grünau" immer auf Seite 1. Das aktive Bürgerleben im Stadtteil, insbesondere
die Mammutleistung am zumeist ehrenamtlich gestalteten Veranstaltungsmarathon zum 30. Geburtstag von Grünau wird da
viel zu wenig wahrgenommen«, bedauert Jürgen Wesser. Nach Auffassung der Grünauer SPD zeichnet sich der Stadtteil
besonders durch sein vielseitiges kulturelles Leben direkt vor der Haustür aus. »Gerade darin ist Grünau ein
einzigartiger Stadtteil in Leipzig«, ist Wesser stolz.
Sandkastenspiele sofort beenden
Zu dem in der Leipziger Volkszeitung veröffentlichten Beitrag »Unklare Zukunft für Grünau« erklärt der in Grünau
direkt gewählte Landtagsabgeordnete und Stadtrat Dr. Dietmar Pellmann: Immer wieder haben wir die Stadtverwaltung
angemahnt, endlich ein tragfähiges Perspektivkonzept für Grünau vorzulegen. Dass, was nunmehr als »Konzept« über
die Presse bekannt wurde, trägt in keiner Weise zur Stabilisierung des größten sächsischen Neubaugebietes bei.
Es muss endlich Schluss sein mit weiteren Sandkastenspielen hinter den Kulissen und der weiteren Verunsicherung
der Grünauerinnen und Grünauer. Bereits in den letzten Jahren hat dieser Wackelkurs der Stadtverwaltung wesentlich
zur Abwanderung von Einwohnern geführt. Und auch die LWB, die ihren ursprünglichen Grünauer Wohnungsbestand auf
ein Fünftel reduziert hat, trug nicht gerade zu einem Umsteuern bei. Deshalb halte ich den Hilferuf von sechs
Wohnungsbaugenossenschaften für völlig berechtigt. Wer, wie aus den Planspielen der Stadtverwaltung ersichtlich,
flächendeckend intakte Wohnsubstanz einer Aufforstung opfern will, kann das nicht einmal ernsthaft mit
ökologischen Gesichtspunkten begründen. Auch die Prognosen über den weiteren Bevölkerungsrückgang werden dann
möglicherweise eintreffen, wenn die Stadtverwaltung durch unkontrollierten Abriss kräftig nachhilft. Alle
Betroffenen müssen endlich an einen Tisch, bevor weitere derartige Schrumpfungskonzepte über Umwege an die
Öffentlichkeit gelangen. Das schließt nicht nur die Wohnungsunternehmen, sondern auch Bürgervereine und andere
Grünauer Aktivisten von vornherein ein. Und natürlich müssen von Anfang an auch die in Grünau wohnenden und
gewählten Abgeordneten einbezogen werden.
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